Vitamin D ist nicht nur eine einzelne Verbindung. Auf Lebensmitteln und Präparaten stehen vor allem zwei Formen: Vitamin D2 als Ergocalciferol und Vitamin D3 als Cholecalciferol. Beide werden im Körper weiterverarbeitet, unterscheiden sich aber bei Herkunft, Kennzeichnung und der Wirkung auf den gemessenen Vitamin-D-Status.
- Vitamin D2 heißt Ergocalciferol und kommt vor allem in Pilzen und Hefen vor.
- Vitamin D3 heißt Cholecalciferol. Es entsteht auch in der menschlichen Haut unter UVB-Licht und kommt in tierischen Lebensmitteln vor.
- Beide Formen sind in der EU grundsätzlich für Nahrungsergänzungsmittel zugelassen und werden im Körper zu Vitamin-D-Metaboliten umgewandelt.
- D3 kann den 25(OH)D-Blutwert im Durchschnitt stärker und länger anheben als D2. Daraus folgt keine pauschale Dosierempfehlung.
- Bei einem Präparat zählen neben der Form vor allem Menge, Einnahmeintervall, weitere Inhaltsstoffe und persönliche Situation.
Was ist Vitamin D2?
Vitamin D2 trägt den chemischen Namen Ergocalciferol. Es kommt insbesondere in Pilzen und Hefen vor. Durch UV-Bestrahlung kann der D2-Gehalt bestimmter Pilze, Hefen oder daraus hergestellter Lebensmittel steigen. Für einige dieser Produkte gelten in der EU besondere Novel-Food-Zulassungen und festgelegte Verwendungsbedingungen.
Vitamin D2 wird nach der Aufnahme zunächst in der Leber und anschließend in der Niere weiterverarbeitet. Es ist damit keine „unwirksame“ Form. Die Frage D2 oder D3 lässt sich deshalb nicht allein mit „gut“ oder „schlecht“ beantworten.
Was ist Vitamin D3?
Vitamin D3 heißt Cholecalciferol. Es ist die Form, die der menschliche Körper unter dem Einfluss von UVB-Licht in der Haut bildet. In Lebensmitteln findet sich D3 vor allem in Fettfischen, Eigelb und in deutlich kleineren Mengen in weiteren tierischen Lebensmitteln.
Konventionelle D3-Präparate werden häufig aus Wollwachs, also Lanolin, hergestellt. Es gibt zugleich veganes Vitamin D3, das beispielsweise aus Flechten gewonnen werden kann. Die Bezeichnung „D3“ allein beweist daher weder tierische noch vegane Herkunft; dafür muss die konkrete Produktangabe geprüft werden.
Vitamin D2 und D3 im direkten Vergleich
| Merkmal | Vitamin D2 | Vitamin D3 |
|---|---|---|
| Chemischer Name | Ergocalciferol | Cholecalciferol |
| Typische Herkunft | Pilze, Hefen | Hautbildung, tierische Lebensmittel; auch vegane Quellen möglich |
| EU-Nahrungsergänzung | Grundsätzlich zugelassene Form | Grundsätzlich zugelassene Form |
| Einfluss auf 25(OH)D | Kann den Wert erhöhen | Erhöht ihn im Durchschnitt stärker und länger |
| Auf dem Etikett | Vitamin D2 / Ergocalciferol | Vitamin D3 / Cholecalciferol |
Ist Vitamin D3 grundsätzlich besser als D2?
Untersuchungen zeigen im Durchschnitt eine stärkere und länger anhaltende Erhöhung des 25(OH)D-Blutwerts durch D3. Das ist für den Vergleich der Formen relevant, bedeutet aber nicht, dass D2 wirkungslos wäre oder jede Person automatisch D3 einnehmen sollte.
Für eine sinnvolle Entscheidung sind Ausgangswert, Ziel, Dosis, Einnahmeintervall, Ernährungsweise, Begleiterkrankungen und weitere Präparate entscheidend. Die EFSA weist außerdem darauf hin, dass Referenzwerte wissenschaftliche Grundlagen für Bevölkerungsgruppen sind und keine individuelle Behandlungsempfehlung darstellen.
Welche Form steckt im NATURALKRAFT Produkt?
Beim aktuell geprüften NATURALKRAFT Vitamin D3 + K2 nennt die Zutatenliste Vitamin D3 ausdrücklich als Cholecalciferol. Eine Kapsel enthält 500 µg beziehungsweise 20.000 I.E. Vitamin D3 und ist laut Produktangabe für ein Intervall von einer Kapsel alle 20 Tage vorgesehen – nicht für eine tägliche Kapsel.
Das Produkt enthält zusätzlich Vitamin K2. Deshalb müssen auch die vollständigen Hinweise gelesen werden; das Etikett schließt die Verwendung bei Einnahme von Antikoagulantien beziehungsweise Blutverdünnern aus. Die Form D3 ist nur ein Merkmal der gesamten Rezeptur und ersetzt keine individuelle Abklärung.
Die Umrechnung und das Verzehrintervall werden im Beitrag 20.000 I.E. Vitamin D3 richtig einordnen separat erklärt.
Was bedeuten NRV und DGE-Referenzwert?
Der EU-NRV für Vitamin D beträgt 5 µg und dient der Lebensmittelkennzeichnung. Die DGE nennt dagegen 20 µg pro Tag als Schätzwert für eine angemessene Zufuhr, wenn die körpereigene Bildung vollständig fehlt. Diese 20 µg sind keine pauschale Ergänzungsempfehlung für jede Person.
Für Erwachsene liegt der von der EFSA abgeleitete tolerierbare obere Gesamtzufuhrwert bei 100 µg Vitamin D pro Tag aus allen Quellen. Ein UL ist eine langfristige Sicherheitsgrenze und weder Zielwert noch Einnahmeempfehlung. Bei Produkten mit hohen Einzelmengen muss das vorgesehene Intervall zwingend berücksichtigt werden.
Gelten Gesundheitsangaben für D2 und D3?
Das EU-Register enthält zugelassene Aussagen für „Vitamin D“, etwa zum Erhalt normaler Knochen, Zähne und Muskelfunktion sowie zur normalen Funktion des Immunsystems. Die Aussagen unterscheiden dort nicht pauschal zwischen D2 und D3. Sie dürfen nur unter den festgelegten Bedingungen verwendet werden, insbesondere wenn das Lebensmittel mindestens eine Quelle für Vitamin D im rechtlichen Sinn ist.
Solche Aussagen sind keine Versprechen zur Vorbeugung oder Behandlung von Krankheiten. Allgemeine Gesundheitsformulierungen sind nach Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 ebenfalls nicht automatisch frei verwendbar.
Vitamin D2 oder D3?
Ist Vitamin D2 pflanzlich?
D2 kommt vor allem in Pilzen und Hefen vor. „Pflanzlich“ ist dabei ungenau, weil Pilze biologisch keine Pflanzen sind. Für eine vegane Auswahl sollte die konkrete Produktkennzeichnung geprüft werden.
Ist jedes Vitamin D3 tierisch?
Nein. D3 wird häufig aus Lanolin hergestellt, kann aber auch aus veganen Quellen wie Flechten stammen. Die Formbezeichnung allein reicht nicht als Vegan-Nachweis.
Kann Vitamin D2 den Blutwert erhöhen?
Ja. D2 wird im Körper verwertet und kann den 25(OH)D-Wert erhöhen. D3 zeigt im Durchschnitt jedoch eine stärkere und länger anhaltende Wirkung auf diesen Messwert.
Sind D2 und D3 in der EU erlaubt?
Cholecalciferol und Ergocalciferol sind grundsätzlich für Nahrungsergänzungsmittel zugelassen. Für bestimmte neuartige Vitamin-D-Quellen gelten zusätzliche Bedingungen.
Ist 25(OH)D dasselbe wie aktives Vitamin D?
Nein. 25(OH)D beziehungsweise Calcidiol ist der übliche Marker zur Beurteilung des Vitamin-D-Status. Die biologisch aktive Form heißt Calcitriol und wird reguliert unter anderem in der Niere gebildet.
Welche Form enthält das NATURALKRAFT Produkt?
Die aktuell geprüfte Zutatenliste nennt Vitamin D3 als Cholecalciferol. Zur Herkunft des Cholecalciferols wird dort keine zusätzliche Aussage gemacht; deshalb wird sie hier nicht behauptet.
Quellen und Rechtsgrundlagen
- BfR: Ausgewählte Fragen und Antworten zu Vitamin D, Aktualisierung Dezember 2025
- DGE: Referenzwerte für Vitamin D
- DGE: FAQ zur veganen Ernährung – Vitamin D2 und D3
- Verbraucherzentrale: Vitamin D aus Pflanzen
- EFSA: Tolerable Upper Intake Level for Vitamin D, 2023
- Europäische Kommission: EU Register of Health Claims
- Verordnung (EG) Nr. 1924/2006
- Verordnung (EU) Nr. 1169/2011, Anhang XIII
Stand: 29.10.2026. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische oder ernährungsfachliche Beratung.


