Vitamin K1 und K2 gehören zur gleichen Vitaminfamilie, sind aber nicht identisch. K1 heißt Phyllochinon und kommt vor allem in Pflanzen vor. Hinter K2 stehen mehrere Menachinone. Wer Lebensmittel oder Etiketten vergleicht, sollte deshalb zwischen dem Oberbegriff Vitamin K, der Form K2 und einer Unterform wie MK-7 unterscheiden.
Kurz zusammengefasst
- K1 und K2 sind unterschiedliche Formen von Vitamin K.
- MK-7 ist eine K2-Unterform, kein drittes Vitamin neben K1 und K2.
- Grünes Gemüse liefert vor allem K1; K2 kommt unter anderem in tierischen und fermentierten Lebensmitteln vor.
- Aus der Bezeichnung einer Vitaminform ergibt sich keine persönliche Einnahmeempfehlung.
Phyllochinon
Gruppe der Menachinone
Ein Mitglied dieser Gruppe
Was bedeutet der Unterschied zwischen K1 und K2?
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung unterscheidet das pflanzliche Phyllochinon von den Menachinonen. Beide gehören zu den fettlöslichen Vitaminen. Die Aufnahme hängt nicht nur vom Namen der Verbindung ab, sondern auch vom Lebensmittel und seinem Fettanteil.
Die Zahlen 1 und 2 sind keine Qualitätsstufen. Eine Packung mit „K2“ ist deshalb nicht allein wegen der höheren Zahl besser als ein Lebensmittel mit K1. Ebenso wenig lässt sich aus dem Buchstaben K ablesen, ob ein Präparat für dich geeignet ist.
K1, K2 und MK-7 im Vergleich
| Begriff | Einordnung | Lebensmittelbeispiele |
|---|---|---|
| K1 | Phyllochinon | Spinat, Brokkoli und andere grüne Gemüsearten |
| K2 | Sammelbegriff für Menachinone | Bestimmte Käsearten, Eier und fermentierte Lebensmittel |
| MK-7 | Eine bestimmte Menachinonform | Zum Beispiel Natto, fermentierte Sojabohnen |
Die Beispiele sind keine Rangliste. Die EFSA beschreibt begrenzte und teils stark schwankende Daten zu Menachinongehalten in Lebensmitteln. „Fermentiert“ allein garantiert daher weder eine bestimmte K2-Menge noch einen einheitlichen Gehalt an MK-7.
Was bedeuten MK-4 und MK-7?
Die Abkürzung MK steht für Menachinon. Die Zahl beschreibt die Länge eines Teils der chemischen Seitenkette. MK-4 und MK-7 sind also verschiedene Verbindungen innerhalb der K2-Gruppe. Sie geben keine Milligrammmenge und keine Anzahl von Kapseln an.
Auch die Entstehung ist nicht bei allen Formen gleich: Viele Menachinone werden von Bakterien gebildet. MK-4 kann dagegen im Körper aus K1 entstehen. Die einfache Gleichung „K1 nur pflanzlich, K2 ausschließlich aus Fermentation“ greift deshalb zu kurz.
Ist K2 grundsätzlich besser als K1?
Eine pauschale Überlegenheit folgt aus diesen Unterschieden nicht. Die EFSA stellte in ihrer Bewertung von 2017 fest, dass die Daten nicht ausreichten, um einen eigenen Referenzwert für einzelne oder sämtliche Menachinone abzuleiten. Das ist weder ein Beweis für Wirkungslosigkeit noch ein Auftrag, zusätzlich K2 einzunehmen.
Für deinen Vergleich sind konkrete Fragen hilfreicher: Welche Form ist tatsächlich deklariert? Auf welche Portion bezieht sich die Menge? Gibt es Einschränkungen bei Medikamenten? Eine präzise Zutatenangabe beantwortet die erste Frage, aber nicht automatisch die anderen.
Welche Rolle spielen Gemüse und Zubereitung?
Brokkoli, Spinat und Kohl sind Beispiele für Vitamin-K-haltiges Gemüse. Eine abwechslungsreiche Auswahl ist praktischer als die Suche nach einem einzigen „besten“ Lebensmittel. Die abgebildete Brokkolipflanze zeigt ein Lebensmittelbeispiel und nicht den Rohstoff eines NATURALKRAFT-Präparats.
Das österreichische öffentliche Gesundheitsportal beschreibt Vitamin K als relativ unempfindlich gegenüber Kochen und Sauerstoff, jedoch als lichtempfindlich. Es besteht also kein Anlass, Gemüse wegen Vitamin K grundsätzlich nur roh zu essen. Lagere Lebensmittel passend zur jeweiligen Gemüseart und vermeide unnötig lange Lichteinwirkung.
Was lässt sich am Produktetikett wirklich erkennen?
Bei den NATURALKRAFT Vitamin-D3-K2-Kapseln nennt die am 4. November 2026 geprüfte Zutatenliste Vitamin K2 als Menachinon. Eine bestimmte Unterform wie MK-7 wird dort nicht ausgewiesen. Deshalb bezeichnen wir dieses Produkt hier nicht als MK-7-Präparat und leiten auch keine Rohstoffherkunft daraus ab.
Die Produktseite nennt ausdrücklich eine Kapsel alle 20 Tage, nicht täglich. Das ist eine Herstellerangabe zum konkreten Produkt und keine allgemeine K2-Empfehlung. Das Etikett schließt die Verwendung bei Antikoagulanzien aus. Wenn du Gerinnungshemmer einnimmst, kläre Vitamin-K-Präparate vorab ärztlich ab und ändere deine Medikamente nicht eigenständig. Dazu gibt es einen eigenen Beitrag über Vitamin K2 und Blutverdünner.
Häufige Fragen
Ist Vitamin K dasselbe wie Kalium?
Nein. Vitamin K ist eine Vitaminfamilie; Kalium ist ein Mineralstoff. Das chemische Symbol von Kalium lautet ebenfalls K. Beim Lesen einer Nährstofftabelle zählt deshalb der ausgeschriebene Name.
Bedeutet „Menachinon“ automatisch MK-7?
Nein. Der Begriff benennt die Gruppe, nicht zwingend eine einzelne Unterform. Fehlt eine genaue Angabe, sollte sie nicht ergänzt oder erraten werden.
Muss ich K1 und K2 als zwei Präparate kombinieren?
Aus der Unterscheidung der Formen folgt keine solche Pflicht. Ob eine Ergänzung nötig ist, lässt sich nicht aus dem Namen eines Vitamins ableiten. Persönliche Fragen gehören in eine fachkundige Beratung.
Allgemeine Ernährungsinformation, keine Diagnose oder persönliche Dosierungsberatung. Nahrungsergänzungsmittel ersetzen keine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und gesunde Lebensweise.
Quellen und Stand
- DGE: Vitamin K, aktuelle Referenzwertseite; Ableitung der dortigen Schätzwerte: 2000.
- EFSA: Dietary reference values for vitamin K, 2017, insbesondere Abschnitte 2.1, 3.1 und 6.
- Öffentliches Gesundheitsportal Österreich: Vitamin K.
- BfR: Höchstmengenvorschläge für Vitamin K, Hinweise zu Gerinnungshemmern.
Redaktion: NATURALKRAFT · Stand und Quellenabruf: 4. November 2026.
Foto: Karen Laårk Boshoff / Pexels, Pexels-Lizenz. Echte Aufnahme eines Brokkolis im Beet; nur zugeschnitten und skaliert.


